Wenn ein Altbau ein neues Dach braucht, stellt sich fast immer dieselbe Frage: Hält der bestehende Dachstuhl die neue Eindeckung? Bei Tonziegeln und Betondachsteinen lautet die Antwort oft «nein – ohne Verstärkung». Ein Leichtdach kann dieses Problem elegant umgehen.
Viele Schweizer Wohn- und Geschäftsbauten aus den Fünfziger- bis Achtzigerjahren stehen heute vor demselben Sanierungsbedarf: Die Eindeckung ist alt, undicht oder energetisch nicht mehr zeitgemäss – aber der Dachstuhl wurde damals eben nur für genau diese Eindeckung dimensioniert. Wer heute auf eine schwere Standard-Eindeckung wechseln will, riskiert eine statische Überlastung der Tragkonstruktion.
Das Resultat: Eine Dachsanierung am Altbau-Metalldach wird oft erst dann zur teuren Übung, wenn der Dachstuhl mit zusätzlichen Streben, Pfetten oder gar einer kompletten Erneuerung verstärkt werden muss. Schnell summieren sich die Kosten auf einen Betrag, der die ursprüngliche Sanierung verdoppelt oder verdreifacht.
Im Architekten-Sprachgebrauch bezeichnet «Leichtdach» eine Dacheindeckung mit deutlich reduziertem Eigengewicht – meist im Bereich von wenigen Kilogramm pro Quadratmeter. Damit grenzt sich das Leichtdach klar von schweren klassischen Eindeckungen wie Tonziegeln (38–50 kg/m²) oder Betondachsteinen (40–55 kg/m²) ab. Die typischen Vertreter sind Aluminium-Bedachungssysteme – allen voran Stehfalz und Fural.
Der Begriff hat keine normierte Definition, ist aber im Architekten-Vokabular fest verankert: Ein Leichtdach ist immer dann gemeint, wenn die Statik des bestehenden Dachstuhls bei der Sanierung das ausschlaggebende Kriterium ist. Genau das ist bei Altbauten meistens der Fall.
Wie gross der Gewichtsunterschied wirklich ist, wird mit konkreten Zahlen greifbar. Nehmen wir ein typisches Schweizer Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche und vergleichen die Auflast verschiedener Eindeckungen:
Der Unterschied ist eine Grössenordnung. Statt rund sieben Tonnen Auflast trägt der Dachstuhl noch 600 Kilogramm – das sind Welten in der statischen Beurteilung. Ein Faustregel-Hinweis aus der Praxis: Viele Schweizer Altbau-Dachstühle wurden auf eine maximale Eindeckungslast von 25 bis 30 kg/m² ausgelegt. Tonziegel oder Beton scheiden damit oft aus, ein Leichtdach wie Fural bleibt deutlich darunter.
Die zentrale Frage in der Praxis: Lässt sich eine Dachsanierung ohne Dachstuhlverstärkung tatsächlich realisieren? Die ehrliche Antwort: in den meisten Fällen ja – aber nicht ohne fachliche Prüfung. Drei Faktoren entscheiden:
Praxis-Tipp: Bei einer Dachsanierung am Altbau-Metalldach lohnt sich eine frühzeitige Abklärung der Statik durch einen Bauingenieur. Die wenigen hundert Franken für die Beurteilung sparen oft fünfstellige Beträge an unnötiger Dachstuhlverstärkung. Mehr zur konkreten Umsetzung mit Fural finden Sie hier: Dachsanierung mit Fural.
Ein Leichtdach ist mehr als ein Statik-Argument. Bei der Sanierung eines Altbaus müssen auch bauphysikalische Themen mitgedacht werden. Drei Punkte, die in der Praxis häufig zu Diskussionen führen:
Die Kostenfrage ist die zweite, die nach der Statik am häufigsten gestellt wird. Für die Schweizer Markt-Situation und Fural als Premium-Material ergeben sich folgende Richtwerte:
Was bei den Kosten oft übersehen wird: was eine Sanierung mit Metalldach im Altbau real einspart. Wenn die Statikverstärkung am Dachstuhl entfällt, sind das schnell CHF 30'000 bis 50'000 weniger – das relativiert den höheren Quadratmeterpreis von Fural deutlich. Hinzu kommt der Lebensdauer-Effekt: 70+ Jahre Nutzungsdauer rechnen sich anders als 30–50 Jahre bei Beton.
Eine Faustregel-Checkliste für die schnelle Einschätzung:
Wenn drei oder mehr dieser Punkte zutreffen, lohnt sich eine konkrete Projektabklärung. Eine alternative Sicht gibt es ebenso: Wer eine ruhige Stehfalz-Optik wünscht oder mit anderen Materialien wie Kupfer arbeiten möchte, ist mit klassischem Stehfalz möglicherweise besser bedient – auch das ist eine leichte Dacheindeckung in der Sanierung und kann den Statik-Vorteil ähnlich liefern.
Sie planen ein Metalldach und wollen die Optionen sachlich gegeneinander abwägen? Unser Fachteam berät Architekten und Planer aus dem ganzen DACH-Raum– ehrlich, kompetent und alles aus einer Hand.