Fural Genial

Metalldach ohne Verschraubung: Die Fural-Montage erklärt

Ein Dach, das sich selbst verkrallt – ohne eine einzige Schraube auf der sichtbaren Fläche. Wie das Reissverschluss-Prinzip funktioniert und welche Möglichkeiten es Architekten in der Detailplanung eröffnet.

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Wie funktioniert die Fural-Montage?

Das Prinzip ist im Kern verblüffend einfach: Auf eine korrekt vermessene Holzlattung werden die Fural-Halter genagelt – durch die werkseitig vorhandenen Schlitzlöcher. Anschliessend wird die Furalbahn parallel zur Traufe von einer Rolle abgewickelt und über die Halter geführt. Dabei verkrallt sich die einseitig verjüngte Profilrippe selbsttätig im Halter und hält die Bahn an Ort und Stelle. Die nächste Bahn liegt mit ihrer Überlappung satt und dicht auf der vorherigen auf.

Diese Bauweise – ein echtes Metalldach ohne Verschraubung – ist nicht nur schneller als klassischer Stehfalz, sie ist auch deutlich serviceschonender. Wer schon einmal ein verschraubtes Profilblech gewartet hat, weiss, wie gerne sich Schrauben über die Jahre lockerarbeiten. Bei Fural existiert dieses Problem schlicht nicht. Eine ausführliche Gegenüberstellung von Fural, klassischem Stehfalz und PREFA finden Sie in unserem Metalldach-Systeme-Vergleich.

Originalfilm aus dem Jahr 1955: «Mit Bedacht bedacht mit Fural bedacht». Der gut fünfminütige Lehrfilm dokumentiert die ursprüngliche Verlegetechnik Schritt für Schritt – und zeigt eindrücklich, dass das Prinzip seit über 70 Jahren unverändert funktioniert. Quelle: Staatsarchiv Uri, Nachlass Josef Furrer-Gisler.

Warum Fural ohne Schrauben auskommt

Die Profilrippen der Furalbahn sind auf einer Seite über 70 mm um die Materialdicke verjüngt. Genau diese Verjüngung greift in den Klemmhalter und hält die Bahn fest – mechanisch, formschlüssig, ohne jede zusätzliche Befestigung. Das Resultat ist ein schraubenloses Dachsystem, bei dem die Dachhaut nirgends durchbohrt wird. Jedes Bohrloch ist eine potenzielle Leckage; Fural eliminiert diese Schwachstelle vollständig. Sollte trotz Überlappung minimales Kapillarwasser eindringen, wird es nicht weitergeleitet, sondern trocknet zwischen den Bahnen wieder aus.

Vorbereitung der Unterkonstruktion

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Eine vollflächige Schalung ist für Fural nicht nötig. Dank der Hohlrippen sind die Bahnen auf ihrer ganzen Breite freitragend, sodass eine Standardlattung als Auflager genügt. Für die Detailplanung bedeutet das: schlanker Dachaufbau, weniger Materialaufwand und – bei Sanierungen – geringere Belastung für bestehende Dachstühle. Zur Materialwahl der Bahnen selbst – Aluminium, Titanzink oder Kupfer – finden Sie eine Übersicht auf der Seite zu den Furalbahnen.

Anschlüsse und Detailpunkte

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Architektonisch interessant ist, was das System bei den Detailpunkten erlaubt. Anschlüsse an First, Traufe oder Brustblech sind über vorgefertigte Bauteile sauber lösbar. Bei Kehl- und Gratanschlüssen lassen sich die Bahnen gezielt formen, sodass auch komplexere Geometrien realisierbar bleiben. Einfassungen für Kamine, Lüftungen oder Lichtkuppeln sind sowohl rund als auch eckig möglich.

Konkret heisst das für die Planung: Die Reissverschlussdach-Montage erlaubt durchaus anspruchsvolle Dachgeometrien – sie braucht allerdings einen Verarbeiter, der das System kennt. Das ist bei Schoop seit Jahrzehnten der Fall.

Freie Ausdehnung ohne Dilatationsfugen

Hier liegt einer der grössten technischen Vorteile: Weil die Furalbahnen mechanisch gehalten und nicht starr fixiert werden, können sie sich frei in alle Richtungen ausdehnen und zusammenziehen. Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter führen bei klassischen Metalldächern zu erheblichen Spannungen am Befestigungspunkt – Schrauben arbeiten sich los, Bleche werfen Wellen, in den Dichtungen entstehen Risse. Genau deshalb müssen herkömmliche Metalldächer mit Dilatationsfugen ausgestattet werden, die die Bewegung kontrolliert aufnehmen.

Bei einem Metalldach ohne Verschraubung wie Fural entfällt diese Anforderung komplett. Die Bahnen bewegen sich im Halter, ohne Spannung aufzubauen. Das vereinfacht die Detailplanung erheblich und sorgt dafür, dass die Dachhaut auch nach Jahrzehnten formstabil bleibt.

Eckdaten zur Fural-Montage:

  • Minimaldachneigung: 10°
  • Auch senkrecht (Fassade) und hängend (Decke) möglich
  • Anwendbar auf jede Dachform und jedes Mass
  • Keine vollflächige Schalung erforderlich
  • Keine Dilatationsfugen nötig
  • Einzelne Bahnen austauschbar bei Schäden

Häufig gestellte Fragen

Die Montage der Furalbahnen erfolgt in 3 Schritten: 

  1. Lattung exakt vermessen und sauber setzen
  2. Halter eindrücken
  3. Bahnen abrollen

Die Bahn fixiert sich beim Verlegen selbst – durch das einseitige Profil, das in den Klemmhalter einrastet. Der entscheidende Schritt ist die Vorbereitung der Lattung; ist sie korrekt vermessen, läuft die Bahnenmontage zuverlässig. Eine zusätzliche Verschraubung oder Verklebung der Bahn ist nicht erforderlich.

Die Profilrippen der Furalbahn sind auf einer Seite über 70 mm verjüngt – diese Verjüngung greift formschlüssig in den Halter und hält die Bahn an Ort und Stelle. Eine zusätzliche Verschraubung wäre nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv: Sie würde die freie Ausdehnung des Materials blockieren und Spannungen erzeugen. Genau deshalb ist Fural als schraubenloses Dachsystem konstruiert – es nutzt die Mechanik statt der Bohrung.

Die Minimaldachneigung beträgt 10°. Damit ist Fural für die meisten geneigten Dächer geeignet, von flachen Pultdächern bis zu steilen Sattelformen. Bei Neigungen darunter sollte die Eignung im Einzelfall mit dem Fachteam abgeklärt werden. Senkrechte Anwendungen an Fassaden oder hängende Anwendungen an Decken sind ebenfalls möglich – die Profilform funktioniert in jeder Lage zuverlässig.

Ja, und genau das ist einer der grossen praktischen Vorteile. Furalbahnen lassen sich leicht und unverletzt demontieren und wieder montieren. Wird in Jahrzehnten eine einzelne Bandpartie beschädigt – etwa durch ein Bauereignis am Nachbargebäude –, kann genau diese eine Bahn ersetzt werden, ohne dass die ganze Dachfläche geöffnet werden muss. Auch nach Demontage sind die Bahnen wiederverwendbar, sofern sie unbeschädigt bleiben.

Nein. Eine Standardlattung als Auflager genügt; eine geschlossene Schalung ist nicht erforderlich. Diese Eigenschaft ergibt sich aus der profilierten Bandstruktur der Furalbahn, die zwischen den Klemmhaltern ausreichend Tragfähigkeit besitzt. 

Für die Planung bedeutet das einen schlankeren Dachaufbau, weniger Materialaufwand und – bei Sanierungen – geringere Belastung für bestehende Dachstühle. Die korrekte Vermessung und Ausführung der Lattung ist der entscheidende Schritt; ist sie sauber gesetzt, läuft die Bahnenmontage zuverlässig.

Technische Fragen zur Montage?

Sie planen ein Bauvorhaben mit Fural oder klären Detailfragen für ein Projekt? Unser Fachteam berät Architekten und Planer in der ganzen DACH-Region – kompetent, direkt und alles aus einer Hand.

Moderne Metallfassade mit Sägezahn-Dach der Schoop Firmenzentrale in Baden-Dättwil, Karriere und Lehrstelle im Aargau
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